Kunst und Kultur

Handwerkliche Denkmalpflege

Der Restaurator im Parkettlegerhandwerk ist einer der Partner, die in der praktischen Denkmalpflege tätig werden. Er ist der sach- und fachgerechten Bewahrung und Pflege des historischen Kulturgutes verpflichtet.

Das Bewusstsein für die Erhaltung historischer Bausubstanz ist heute wieder stark in der Gesellschaft verankert. In der Zeit des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg ist Bausubstanz jedoch ganz anders gesehen und behandelt worden und meistens wurde die schnelle und preiswerte Erstellung von Wohnraum als Hauptkriterium gewertet.

Erst in den 70-er Jahren wurden die Fehlentwicklungen reflektiert und es wurde in einer Phase der Neubesinnung wieder Wert auf die angemessene Behandlung von alter Bausubstanz gelegt. Bis 1981 sind in der Folge in allen alten Bundesländern Denkmalschutzgesetze erlassen worden.

Während in der Zeit nach dem Krieg nur Bauwerke von herausragender Bedeutung als Kulturerbe begriffen wurde, erstreckte sich die Denkmalpflege jetzt auch auf historische Substanz im weiten Sinne und wurde durch öffentliche Fördermittel unterstützt. Das Handwerk hat den Bedarf an Fachkräften, der aus dieser neuen Situation entstand, mit dem Fortbildungsangebot an Handwerksmeistern zum Restaurator im Handwerk beantwortet. Die Grundlage dieser Fortbildungsmaßnahmen ist die vom Zentralverband des Deutschen Handwerks mit dem Fachverband erarbeiteten Prüfungsordnung.

Ein Parkettlegermeister, der die Prüfung in der Stuttgarter Schule für Parkettrestaurierungen erfolgreich abgelegt hat, darf sich Restaurator im Parkettlegerhandwerk nennen.

Definition in der Denkmalpflege

In der Diskussion über die Leitvorstellungen einer modernen Denkmalpflege kommt es immer wieder zur Begriffsverwirrung. Die nachfolgende Zusammenfassung von Prof. Dr. Michael Petzet gibt einen Überblick über die wichtigsten Fachbegriffe:

Instandhaltung
Instandhaltung ist Bauunterhalt unter denkmalpflegerischen Vorgaben. Dazu gehören scheinbar selbstverständliche Maßnahmen wie die Reinigung und Pflege eines Holzbodens. Richtige Instandhaltung ist die einfachste und schonendste Art der Denkmalpflege, weil sie möglichen Schäden vorbeugt und damit Denkmäler über Jahrhunderte unversehrt aufbewahrt.
Instandsetzung
Die Instandsetzung wird als Oberbegriff verstanden, der Maßnahmen der Konservierung und Sicherung, Restaurierung, Renovierung und Ergänzung umfassen kann. Eine Instandsetzung ist quasi Folge mangelnder Instandhaltung, weshalb einzelne Teile des Denkmals repariert, auch ergänzt oder ausgewechselt werden müssen.
Sanierung
Der Begriff Sanierung wird zum Teil sehr unterschiedlich interpretiert. In der gängigen Praxis ist damit jedoch eine umfassendere und tiefgreifendere Maßnahme gemeint, als es die Instandsetzung darstellt. Insgesamt versteht man unter dem Begriff Sanierung notwendige, allerdings durchgreifende Maßnahmen – zum Beispiel Umnutzungen oder die Anpassung des Gebäudes an moderne Normen, Vorschriften sowie Wohnbedürfnisse, ferner „Revitalisierungsüberlegungen“. Passt die Sanierung ein Gebäude den heutigen Wohnbedürfnissen an, etwa mit dem Einbau einer neuen Heizung, mit der Erneuerung der elektrischen und sanitären Installationen, handelt es sich in der Regel um Modernisierungsmaßnahmen, die über denkmalpflegerische Instandsetzungsmaßnahmen hinausgeht.
Konservierung
Konservieren heißt bewahren, erhalten. Im Konservieren kommt also die denkmalpflegerische Grundhaltung am reinsten zum Ausdruck. Zur Konservierung sind alle Maßnahmen zu rechnen, die der Erhaltung des materiellen Denkmalbestandes dienen. Beim Baudenkmal gehören dazu alle Maßnahmen, die den weiteren Verfall aufhalten und den historischen Bestand erhalten.
Restaurierung
Restaurieren heißt „Wieder-Herstellen“. Dabei geht es – über eine bloß konservierende Tätigkeit hinaus – darum, ästhetische und historische Werte „sichtbar zu machen“, also verborgene oder aus welchen Gründen auch immer verunstaltete und beeinträchtigte Werte des Denkmals wieder zur Geltung zu bringen, „wiederherzustellen“. Freilich darf diese Wiederherstellung nicht zur Folge haben, dass ein anderer Wert des Denkmals dadurch beeinträchtigt wird.
Renovierung
Renovieren heißt Erneuern und ist neben Konservieren und Restaurieren als dritte Methode der Instandsetzung in der Denkmalpflege verbreitet. Dabei zielt die Renovierung im besonderen Maße auf die ästhetische Einheit des Denkmals im Sinn eines „Wieder-neu-Machens“ der äußeren Erscheinung, der sichtbaren Oberfläche eines Denkmals ab. Ein „Wieder-sichtbar-Machen“ durch konservatorische Arbeiten – Reinigung, Freilegung und Kombination mit Ergänzungen – liegt dagegen im Bereich der Restaurierung. Bei beiden Instandsetzungsmaßnahmen – Restaurieren und Renovieren – besteht die Gefahr, dass historische Substanz vernichtet wird. Generell gilt bei Renovierungen wie bei allen Instandhaltungsmaßnahmen in der Denkmalpflege, dass nur denkmalgerechte Techniken und Materialien zum Einsatz kommen dürfen.
Fachgruppe der Parkettrestauratoren im Zentralverband Parkett- und Fußbodentechnik
Industriestr. 19 • 53842 Troisdorf - Oberlar • info@parkettrestauratoren.org